Bericht 2020
Dieses Jahr fand der Siebdrucklehrgang "Klecks", auch liebevoll "das kleine Tuju-Treff" genannt, schon zum 31. Mal, immer am zweiten Februarwochenende, in dem schönen friesischen Örtchen Sande statt.
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"Was machst du denn in Sande?", ist immer die Reaktion, wenn ich von meiner Wochenendplanung erzähle. Meine Antworten darauf sind vielfältig: „Freunde aus der Turnerjugend wiedersehen. Mich kreativ ausleben. Kleidungsstücke verschönern. Mich tagsüber in der Turnhalle austoben und nachts dort schlafen. - Außerdem gibt es immer vorzügliches Essen. Das kann man sich doch nicht entgehen lassen!“
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Ich bin nicht zum ersten Mal zum Siebdrucklehrgang gefahren, sondern einer der vielen Wiederholungstäter, die immer wieder mit vielen Neulingen eine bunt gemischte Gruppe ergeben. Aber dieses Jahr sollte ich das Pech haben, mich kurz vor dem Lehrgang am Fuß zu verletzen. Das hielt mich aber nicht davon ab, mich auf die Reise zu begeben, denn wie bereits erwähnt, lässt man sich den Siebdrucklehrgang nicht entgehen! Mein Glück im Unglück hieß Heike, die mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit einem ihrer Schüztlinge gemeinsam zu reisen, was ich für eine gute Idee hielt. So trat ich in Kontakt mit ihrer Turnerin, die sich ebenfalls freute, nicht allein den Freitagnachmittag im Zug verbringen zu müssen und sich zusätzlich bereiterklärte, mein Gepäck für mich von Zug zu Zug zu verfrachten. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle. Ohne nennenswerte Komplikationen erreichten wir den Bahnhof in Sande, an dem wir freudig erwartet wurden.
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Mit dem Auto wurde das letzte Wegstück zum Zielort zurückgelegt, wo wir zuerst unsere Schlafgemächer in der Turnhalle aufbauten. Als wir das Vereinsheim des TUS Sande betraten, dessen Räume freundlicherweise immer wieder zur Verfügung gestellt werden, lauschten schon alle Lehrgangsteilnehmer aufmerksam der ersten Theorieeinheit, die von Tobias sehr lebhaft und praxisnah durchgeführt wurde. Möglichst leise gingen wir durch die Reihen, um unsere Freunde und Bekannten zu begrüßen, was nicht bis nach der Theorieeinheit warten konnte. Da wir später ankamen als die anderen, hatten wir leider den Besuch des Bürgermeisters von Sande verpasst, der sich sehr für die Veranstaltung einsetzt und diese unterstützt. Und auch das gemeinsame Abendessen war schon vorbei, was aber nicht weiter schlimm war, da es an Lebensmitteln nicht mangelte und uns Neuankömmlingen noch einmal alle Brot-, Wurst- und Käsevariationen aufgetischt wurden. Gut gestärkt beobachtete ich an diesem Abend hauptsächlich den kreativen Schaffensprozess der vielfältigen Teilnehmerschaft und war wie immer begeistert, welche schönen Motive mit den lichtundurchlässigen Lackstiften auf die diversen Folien gebracht wurden. Schon schnell hatte sich eine lange Warteliste am Belichtungsraum gebildet, wo die Motive spiegelverkehrt auf die mit Kopierschicht beschichteten Siebe gelegt und belichtet werden. Als weitere Freunde aus meiner Heimatstadt eintrafen, begutachteten wir gemeinsam das Gelände. Mit meinen Gehhilfen bewegte ich mich fort und verhakte mich direkt in der aus Luftpolsterfoliestreifen improvisierten Tür am Ausgang des abgehängten Außenbereiches unter dem Vordach der Terrasse, wo schon die ersten Drucktische aufgebaut waren. Über den Rasen ging es zum alten Schwimmbad, wo schon reger Druckbetrieb herrschte. In den Duschräumen wurden mit einem Hochdruckreiniger die Motive der frisch belichteten Siebe entwickelt und Siebe gereinigt, durch die schon Motive auf verschiedenste Textilien gedruckt wurden. Nebenan war die Reinigungsstation für Rakel und Stäbchen, die man brauchte, um Farbe auf das Sieb aufzutragen und diese dann durch das Sieb hindurchzudrücken. Gereinigte Hilfsmittel wurden in einem Durchgang zum Trocknen hingelegt, wo auch diverse Stoffe für Probedrucke zu finden waren. Allgemein war es schön warm in den Räumen, damit frisch gedruckte Motive schneller auf den vorbereiteten Wäscheleinen im Flur trocknen konnten. Dort hingen auch schon die ersten T-Shirts, Pullover, Socken uvm. In weiteren angrenzenden Räumen standen natürlich weitere Drucktische. Genau die richtige Anzahl an Tischen, sodass es nicht zu eng war und trotzdem niemand lange warten musste, um einen Platz zu bekommen. Über einen Lautsprecher lief fröhliche Musik und es war gute Laune und Arbeitslust zu verspüren. Der Rundgang führte uns weiter zur Turnhalle, wo sich der eine oder andere Teilnehmer sportlich betätigte, was dieses Jahr für mich leider keine Option darstellte. Aus diesem Grund hielt ich mich hauptsächlich in den Räumen des Vereinsheims auf, in denen erfreulicherweise dieses Jahr keine Drucktische standen, sondern drei sehr bequeme Sofas, die an die Cafeteriaatmosphäre auf dem Tuju-Treff erinnerten. Hier fühlte ich mich vorerst zu aufgehoben, da ich mir auch noch gar nicht genau überlegt hatte, was ich eigentlich drucken wollte und meine Gehbehinderung in meinen Gedanken noch nicht gut mit dem Druckprozess vereinbar war. So verbrachte ich den Abend bei netten Gesprächen und Gesang, Sandwichtoasts und Süßigkeiten zwischen alten und neuen Freunden und ging für Siebdrucklehrgangverhältnisse früh, nämlich schon um 2:00 Uhr in die Turnhalle, um dort in den Schlafsack zu kriechen.
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Nach reichlichen sechs Stunden Schlaf gab es leider nicht so wie sonst einen Weckdienst, der alle Teilis zum Frühstück rief, Deshalb hatten sich auch leider nicht alle pünktlich um halb neun am gedeckten Esstisch eingefunden. Das wäre aber wichtig gewesen, da vor jeder Mahlzeit wichtige Ansagen, den Lehrgang betreffend, gemacht werden. Z. B. wurde die zweite Theorieeinheit für nach dem Frühstück angekündigt. Diese beinhaltete am Ende ein interaktives Quiz zur Wissensabfrage der Teilis. Dass der Torsten, der für die Ordnung im Belichtungsraum sorgt, ohne H geschrieben wird, hatte ich leider falsch beantwortet, wofür ich mich noch heute sehr schäme. Aber reden wir nicht mehr drüber.
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Danach habe ich einige Ideen bekommen und angefangen, diese in die Tat umzusetzen. Da ich noch kein Motiv vorher belichtet hatte, hatte ich noch meinen Prioritätsbonus für die Belichtung, von der ich auch gleich Gebrauch machte. Ich war guten Mutes, denn sobald ich nur so aussah, als ob ich Hilfe brauchte, war sofort eine helfende Hand zur Stelle. Jemand entwickelte mein Motiv, jemand anderes assistierte mir beim Drucken und reichte Kleidungsstücke an und noch jemand drittes half beim Abwasch. So konnte ich vier Motive auf die zuvor tristen Textilien bringen, zum Teil auch auf die, die ich trug. Zwischendurch trafen sich wieder alle zum Mittagessen. Für jeden Teili war gesorgt, mit Schweine- und Hähnchenschnitzel, sowie unpaniertem Fleisch und Gemüseschnitzeln, dazu leckeres Gemüse und Kartoffeln. Am Nachmittag gab es fleißige Helfer, die unermüdlich Crêpes backten, bis es Abendessen gab. Natürlich durfte aber auch eine sportliche Nachmittagsaktivität in der Halle nicht fehlen. Ich hörte von Stufenbarren und AirTrack, konzentrierte mich aber weiter aufs Drucken, denn ich wollte ja fertig werden, was mir auch am gleichen Tag gelang. Auch viele Andere wurden schon am Samstagabend bzw. in der Nacht zum Sonntag mit ihren Projekten und Drucken fertig. Meine Abendgestaltung, nach erledigter Arbeit, ereignete sich erneut in der Sofaecke, wo bis halb fünf Uhr morgens Musik gehört wurde, bis das Vereinsheim für die Nacht abgeschlossen werden sollte. Nach dem Frühstück gab es noch die Traditionelle Lehrgangsauswertung mit Lob und Kritik. Die Theorie, das Essen und die Einrichtung wurden von allen als sehr gut empfunden, Kritikpunkte gab es nur wie immer beim Umgang mit den Druckwerkzeugen und -materialien. Was mir persönlich noch am Herzen liegt, ist dem Team für seine grandiose Vorarbeit und tollen Ideen zur Verbesserung der Einrichtung sowie für die wunderbare Betreuung während des Wochenendes zu danken!
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Beim gemeinsamen Aufräumen galt wieder „viele Hände, schnelles Ende“. Ich konnte diesmal leider nicht so viel mithelfen, aber das störte niemanden. Ich hoffe, dass sich alle so sauwohl gefühlt haben wie ich und sich schon zeitnah für den 32. Siebdrucklehrgang 2021 anmelden werden, um sich wie immer am zweiten Februarwochenende in Sande zu treffen.
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Viele liebe Turnergrüße

eure Michaela Stegmaier

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